USCB bei der International German Open
Nach über 20 Jahren trafen sich die Vaurienseglerinnen und -segler wieder auf dem Bodensee zu einer grossen Regatta. Zur Internationalen German Open der Vaurien lud der Yachtclub Radolfzell ein. 29 Boote, darunter drei aus Italien und eines aus Belgien nahmen die zum teil langen Anfahrten auf sich und fuhren nach Radolfzell. Die letzte grosse Regatta fand dort 1989 mit der Weltmeisterschaft statt. Als ich 1989 auf der Jugend-WM mit Henning in Überlingen war, gab es viel Schwachwind und dann Sturm. Mit diesen Erinnerungen fuhren Sebastian und ich also los von Bochum. Da mein Trailer ja auf der Fahrt nach Rom einen Deichselbruch hatte und der Neue noch nicht da war, hatte Bruno uns dankenswerter Weise seinen angeboten. Nach rund einer Stunde Fahrt ist dann aber leider die Bremse heissgelaufen und wir mussten uns Hilfe vom ADAC holen. Den Trailer mit den beiden Booten (BEAST und Veierabend) brachte der ADAC zum SCV in Liblar. Von dort sind wir nach Hattingen gefahren und haben dort den Doppeltrailer der Klassenvereinigung geholt. Von dort ging es dann wieder zum SCV und nach dem Umladen auf den neuen Trailer mit einem Tag Verspätung auf die Reise. Eigentlich hatten wir für uns die Regatta schon abgeschrieben, aber das Bodenseewetter spielte für uns. Am ersten geplanten Renntag (Freitag) war totale Flaute und kein Lauf konnte gestartet werden. Als wir dann am Abend in Radolfzell ankamen, wurden wir sehr warmherzig und mit einem grossen Hallo begrüsst.
Der YCR hatte an dem Abend zum Ehemaligentreffen eingeladen. Mit dabei war der Schweizer Meister von 1978 und der ehemalige Weltmeister Martin Fuchs. Am Abend wurden dann viele alte Fotoalben angeschaut und in alten Erinnerungen geschwälgt. In den 70ern gab es sehe viele Vauriens in Süddeutschland und rund 2000 alleine in der Schweiz. Viele davon in der Region um Herisau in der Schweiz. Aber auch die jüngeren kamen auf ihre Kosten.
Am Samstag ging es dann um 9 Uhr los, da für den Tag Sturm angesagt war. Die Bahnen wurden vor Meinau ausgelegt, was eine lange Anfahrt von fast einer Stunde bedeutete. Schon beim Start frischte der Wind auf und spektakuläre, actionreiche Manöver belebten das Feld. Für die Zuschauer auf dem eigens dafür bereitgestellten Bootes und für den Fotografen gab es viel zu sehen. Beim zweiten Lauf gingen dann schon die Starkwindwarnlampen rund um den See an. Ein etwas mulmiges Gefühl, auf diese blinkenden Lichter zuzufahren mit den Erinnerungen auf 1989 in den Knochen. Wir haben uns dann aber nach der Zieldurchfahrt auf den Rückweg begeben. Der dritte Lauf wurde noch gestartet, musste dann aber abgebrochen werden. Die zweite Warnstufe war bereits an und mit Böen bis 38 Knoten ging es nur noch ums nach Hause kommen. Zum Glück sind alle heil im Hafen angekommen, wenn auch eine Crew rund 45 Minuten im Wasser war…Am Sonntag war immer noch Sturm und daher haben dann alle Boote die richtige Entscheidung getroffen und haben sich gegen einen Start an diesem Tag entschieden. So gab es nur zwei Läufe und der Bodensee hat seinem Ruf alle Ehre gemacht.
Einen ganz grossen Dank an den YCR für die tolle Organisation und grosse Gastfreundschaft. Im Bodenseemagazin gibt es einen schönen Artikel und auf Youtube ein Interview mit unserem Präsidenten der internationalen Vaurienklassenvereinigung Peter Lakshmanan und eines mit dem ex Weltmeister Martin Fuchs.